Beginnen wir mit der Gleichung:
CADR = Luftdurchsatz × Filtrationseffizienz bei einmaligem Durchlauf
Dieser eine Satz erklärt schon fast alles, was schiefgeht, wenn man Luftreiniger vergleicht – oder den falschen Ersatzfilter wählt.
CADR ist ein Produkt, keine Funktion
Die meisten Käufer betrachten den CADR-Wert lediglich als eine Angabe auf der Verpackung. Tatsächlich ist er das Ergebnis eines Systems mit zwei Variablen: der Luftmenge, die das Gerät pro Stunde ansaugt, und dem Anteil der Partikel, den der Filter bei jedem Durchlauf auffängt.
AHAM AC-1 – das von der Association of Home Appliance Manufacturers verwendete CADR-Prüfprotokoll, das als Industriestandard gilt – misst dies anhand von drei Partikelkategorien: Tabakrauch (0,09–1,0 μm), Staub (0,5–3,0 μm) und Pollen (5,0–11,0 μm). Für jede Kategorie wird ein separater CADR-Wert ermittelt, da sich die Filterleistung je nach Partikelgröße ändert. Ein zertifizierter Filter H13 gemäß EN 1822-1:2019 fängt 99,951 % der Partikel mit einer Größe von 0,3 μm (die am schwersten abzufangende Größe) ab, bei größeren Partikeln sind die Prozentsätze sogar noch höher.
Das Fazit: Bei der CADR-Leistung geht es nie nur um den Filter und nie nur um den Ventilator.
Der Kompromiss, den Hersteller selten erwähnen
Höhere Effizienz verringert den Luftstrom
Ein dichteres Filtermedium verbessert den Wirkungsgrad bei einmaligem Durchlauf – erhöht jedoch auch den Luftwiderstand. Ein H13-HEPA-Filter erzeugt bei Nennluftdurchsatz einen Druckabfall von 150–250 Pa (EN 1822-1:2019). Wechselt man zu H14, steigt dieser Wert auf 200–300 Pa. Kann der Lüfter des Geräts dies nicht ausgleichen, sinkt der tatsächliche Luftstrom.
Ein geringerer Luftdurchsatz bei höherer Effizienz kann zu demselben CADR-Wert führen – oder sogar zu einem schlechteren – als bei einem Filter mit mittlerer Effizienz, der mit vollem Durchsatz läuft. Einige als “True HEPA” gekennzeichnete Geräte bleiben genau aus diesem Grund hinter den Erwartungen zurück.
Ein höherer Luftdurchsatz rettet keinen schwachen Filter
Das Gleiche gilt auch umgekehrt. Ein Filter der Effizienzklasse 85% liefert bei 300 m³/h einen CADR-Wert von 255 m³/h. Ein Filter der Effizienzklasse 95% liefert bei gleichem Luftdurchsatz 285 m³/h – ein bedeutender Unterschied bei Feinstaub in jedem realen Raum.
Ein hoher Luftdurchsatz durch einen minderwertigen Filter sorgt zwar für eine hohe Luftmenge, reinigt diese aber nicht gründlich.
Was das bedeutet, wenn Sie einen Filter austauschen
Ersatzfilter ändern beide Variablen gleichzeitig – und die meisten Käufer berücksichtigen das nicht.
Medien mit geringerer Dichte verringern die Filterleistung und senken Druckabfall. Die CADR-Formel bringt selten Vorteile: Bei PM2,5- und Submikronpartikeln überwiegen die Effizienzverluste den geringfügigen Gewinn an Luftstrom.
Medien mit höherer Dichte verbessern die Effizienz, können jedoch bei Geräten mit weniger leistungsstarken Motoren den Luftstrom einschränken.
Das richtige Ersatzteil hält den OEM-Druckabfall innerhalb von ±10% – wodurch beide Variablen innerhalb des Auslegungsbereichs bleiben, auf den das Gerät ausgelegt ist.
Unser Ersatz-HEPA-Filter für Luftreiniger und Staubsauger HEPA-Filter sind auf die Druckabfalltoleranzen der Erstausrüster ausgelegt, sodass der CADR-Wert nach dem Austausch innerhalb des Nennbereichs bleibt.
So berechnen Sie Ihren Bedarf an Luftreinigern
Der CADR-Wert ist nur im Zusammenhang mit dem Raum relevant, in dem das Gerät betrieben wird. Die EPA empfiehlt für eine wirksame Partikelreduktion mindestens 4–5 Luftwechsel pro Stunde (ACH):
ACH = CADR ÷ Raumvolumen (m³)
Für einen 30 m² großen Raum mit einer Deckenhöhe von 2,5 m (75 m³) ist zur Erreichung von 5 ACH ein CADR-Wert von mindestens 375 m³/h erforderlich. Ein Gerät mit einem CADR-Wert von 200 m³/h – unabhängig von der Filterklasse – kann diesen Schwellenwert nicht erreichen.
Aus diesem Grund ist der CADR-Wert die maßgebliche Größe für die Auswahl eines Luftreinigers für einen Raum. Ein HEPA-zertifizierter Filter in einem Gerät mit zu geringer Leistung reinigt zwar ein kleines Luftvolumen sehr gut, ist aber für den gesamten Raum nicht ausreichend.
Die Beziehung in einfachen Worten
Diese drei Kennzahlen sind keine voneinander unabhängigen Werte. Sie bilden ein geschlossenes System:
- Luftvolumen legt fest, wie viel Luft pro Stunde in den Filter gelangt
- Filterleistung legt fest, welcher Anteil der Partikel pro Durchgang entfernt wird
- CADR ist das Ergebnis – und die einzige Zahl, die Aufschluss darüber gibt, was das Gerät in der Praxis tatsächlich leistet
Wenn man einen dieser Faktoren zu stark betont, ohne den anderen zu berücksichtigen, kommt es zu einem Stillstand oder einem Rückgang der CADR-Leistung. Die besten Filterersatzprodukte sind, genau wie die besten Luftreiniger, auf das Gleichgewicht zwischen allen drei Faktoren ausgelegt – und nicht nur auf die Zahl, die auf der Verpackung am besten aussieht.


















